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02 Auszeit

Krank? - Keine Zeit!

Ich glaube einige von euch werden das kennen...Wir haben einen total vollen Terminplan, haben bis aufs letzte alles durchorganisiert und wissen genau, was wann wie zu geschehen hat. Gleichzeitig, so komisch das auch klingen mag, weiß ich natürlich auch, dass regelmäßige Pausen und regelmäßiges Innehalten in Form von Meditation oder Ähnlichem einen unglaublich positiven Einfluß auf unser Wohlbefinden haben. Und ich habe mir auch fest vorgenommen, das mehr in meinen Alltag zu integrieren - dann, wenn ich eben Zeit habe und sich zufällig ein Zeitfenster dafür findet.

 

Nur wie immer im Leben ist es auch hier so, dass genau die Dinge passieren, auf die man den Fokus richtet. Hieß bei mir in letzter Zeit, es passierte viel, aber wenig was mir wirklich zur Ruhe verhalf. Ich hatte einen neuen Weg der Selbstoptimierung gefunden und war schon wieder meilenweit von mir selber entfernt. Ihr fragt euch wo ich war? Ich war damit beschäftigt zu versuchen, alle Dinge positiv zu sehen. Auf keinen Fall einen negativen Beitrag zu Situationen zu leisten und war sehr darauf konzentiert zu verstehen, warum Menschen in meinem Umfeld so agieren wie sie es tun und was diese brauchen, damit es ihnen besser gehen würde. Der Grund für dieses Verhalten war wohl der Trugschluß aus viel spiritueller Lektüre, dass die Welt besser wird, wenn man Gutes für andere tut und nur Positives in die Welt bringt.

 

Dabei hatte ich aber eine Komponente vergessen - MICH! Natürlich hatte ich bemerkt, dass ich häufig müde und am Abend total ausgelaugt von den vielen Eindrücken des Tages war. Aber auch das habe ich erst einmal darauf geschoben, dass ich eben nicht positiv genug denke und mich nicht mit genug positiven Dingen umgebe. Dass ich aber von den vielen Reizen im Außen total überflutet wurde und überhaupt nicht mehr wahrnehmen konnte was ich selber brauchen würde und auch keinen Platz mehr dafür geschafften hatte, meine innere Stimme wahr zu nehmen und mir genügend Ruhe zu gönnen, musste mir mein Körper erst wieder einmal mit aller Gewalt aufzeigen, dass es ihm zu viel ist.

 

Und auch in diesem Moment gabs noch die lustige Situation, dass ich Montag Morgen beim Arzt sitze und ihm erkläre, dass es irgendwie merkwürdig ist, weil ich mich so krank und müde fühle, ich aber meine Lymphknoten abgetastet habe und diese überhaupt nicht so geschwollen wären und ich dann wohl nicht so krank sein kann. Auf Check vom Arzt - glücklicherweise habe ich einen älteren, sehr souveränen Hausarzt - kam nur die Antwort, inklusive leichtem Schmunzeln, dass er glaubt, dass das auf jeden Fall mal genug ist, um im Bett zu bleiben und dem Körper die Ruhe zu gönnen, die er dringend brauchen würde.

 

Nach einigen Tagen Ruhe bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich wohl wieder einmal meine Grenzen überschritten habe und in Zukunft wieder mehr auf mich schauen werde. Ganz egal, wie viel wir gerade glauben für andere tun zu müssen, wenn wir dabei vergessen auf uns selber zu schauen, können wir für andere auf keinen Fall da sein und ihnen auch nicht helfen. Meistens würde es reichen, wenn wir einfach da sind. Und in diesem Moment entspannt und ausgeglichen sind. Aber auch ich muss mich immer wieder daran erinnern, dass von mir nicht erwartet wird in jedem Moment die perfekte Freundin, Kollegin, Mitarbeiterin oder Ähnliches zu sein. Sondern dass ich vor allem für mich und auch für die anderen mehr tun kann, wenn es mir gut geht und ich in meiner vollen Energie bin. Somit werde ich mich die nächsten Tage noch ein wenig erholen! Gerne könnt ihr mir in den Kommentaren über eure Rituale zu mehr Ausgeglichenheit berichten!

 

Alles Liebe,

Jasmin

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