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Emotionale Herausforderungen

Warum auch Scheitern gelernt sein will!

In unserer Gesellschaft ist es nach wie vor so, dass Menschen gerne über ihre Erfolge sprechen, aber selten über ihre Misserfolge. Misserfolge werden noch immer als etwas Schlechtes und nicht Erstrebenswertes abgestempelt. Natürlich würden wir alle lieber Erfolge feiern, als zu scheitern. Aber um wirklich erfolgreich zu sein, muss man auch ein paar Mal gescheitert sein. Denn in diesen Momenten, in denen wir scheitern liegt unser größtes Wachstumspotential. Wenn wir mir diesen Krisen gesund und achtsam umgehen, dann gehen wir gestärkt aus ihnen hervor, anstatt an ihnen zu verzweifeln. Ich hatte bis vor zwei Jahren überhaupt kein Krisenmanagement in dieser Hinsicht. Als totaler Gefühlsmensch bin ich oft zu sehr in die Situation hinein gefallen und nur schwer wieder heraus gekommen. Heute habe ich einen viel klarerer Blick auf solche Situationen und bin auch viel schneller in der Lage Maßnahmen zu ergreifen, die diese Situationen entspannen und es mir ermöglichen, an ihnen zu wachsen. Welche Punkte dabei für mich wichtig sind möchte ich euch heute erklären.

 

Annehmen der Situation!

Die Situation ist nun so wie sie ist. Es bringt nichts mehr in der Vergangenheit zu forschen und sich den Kopf zu zerbrechen, was nicht wäre, wenn man Dinge anders gemacht hätte. Man kann es nicht mehr ändern. Also hilft es mir meistens erst einmal die Situation so stehen zu lassen wie sie ist. Und vor allem damit aufzuhören mir selber Vorwürfe zu machen.

 

Entspannen der Situation!

Nachdem ich also akzeptiert habe, dass die Situation so ist wie sie ist, schaue ich was ich akut an der Situation ändern kann um sie erträglicher zu machen. Wo sind andere an der Situation beteiligt und wo kann man Grenzen setzen, damit man selber wieder durchschnaufen kann? Ist es möglich sich erst einmal eine Weile aus der Situation zurück zu ziehen? Mir hilft es meistens schon, wenn ich mich erst einmal eine Weile aus solchen Situationen heraus nehme um nicht übereilte Entscheidungen zu treffen. Ich durfte mittlerer Weile nämlich auch lernen, dass Entscheidungen, die in emotionalen Stress getroffen werden nicht immer unbedigt gut sind. Meist entscheiden wir uns in solchen Momenten ausschließlich für Dinge, die eine sofortige Reduktion dieses Stresses zur Folge haben. Ob diese langfristig Sinn machen oder uns gut tun bleibt dabei oft außen vor.

 

Get your power back!

Sind also nun die Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass die Situation erst einmal ruht und alle Beteiligten durchschnaufen können, so ist es wichtig wieder in die eigene Kraft zu kommen. Das heißt nicht, dass man den ganzen Tag aktiv sein muss und von einer Party zur nächsten gehen soll, sondern dass man Dinge macht, die einem Energie geben und die einem wieder in die eigene Power bringen. Gehe Eis essen, gehe baden, gehe spazieren, lese ein Buch, schaue eine Serie, verbringe Zeit mit Menschen die dir gut tun oder investiere wieder mehr Zeit in ein Hobby. Natürlich ist es auch okay nichts zu tun. Allerdings nicht den ganzen Tag. Dann ist die Gefahr, dass man wieder über das Problem nachdenkt zu groß. Das Problem soll nicht verdrängt werden, aber um erst einmal wieder Kraft zu tanken darf es ruhig ein wenig ruhen.

 

Finde die Ursache!

Ist man nun wieder in seiner eigenen Mitte angekommen und hat wieder genügend Kraftereserven, so kann man anfangen die Situation zu analysieren. Dabei wäre es hilfreich, wenn man es besser macht als der DFB die aktuelle WM-Krise gemeister hat. Es bringt nichts eine Opferhaltung einzunehmen und das Problem bei allen anderen zu suchen. Diese haben sicher etwas zu der Situation beigetragen, keine Frage, aber deren Verhalten entzieht sich unserem Einfluß. Wir haben lediglich Einfluß darauf, dass wir aus der Situation lernen und herausfinden, was wir in Zukunft anders machen müssen. Und auch wenn es oft weh tut sich ehrlich seinen eigenen Anteil an einer Situation bewusst zu machen, so bringt es einem aber immer weiter. Eigene Wunden und Verletzungen heilen nicht, nur weil man sie ignoriert. Wunden lässt man auch nicht weiter bluten. Man versorgt sie liebevoll.

 

Vergib dir und den Anderen!

Wenn man nun herausgefunden hat, was man zu dieser Situation beigetragen hat, dann ist viel Arbeit geschafft. Man muss jetzt nur noch entscheiden wie man die Situation in Frieden auflösen will. In Frieden mit sich selbst und den anderen. Man selbst und auch die anderen konnten nur so handeln, wie gehandelt wurde. Es war auf Grund der eigenen Geschichte, Denkmustern und Blokaden einfach nicht anders möglich. Und die Absicht hinter dem Verhalten war sicher nicht uns zu verletzten. Oft eher die, sich selbst vor etwas zu schützen.

 

Loslassen!

Vergebung ist auch ein gutes Tool um loszulassen. Es bringt nichts mehr an der Situation fest zu halten. Sie hat ihren Zweck erfüllt und dient uns nicht mehr. Es ist also Zeit weiter zu gehen. Es gibt ein indianisches Spirchtwort, das besagt, dass jede Situation nur genau so kommen konnte, wie sie gekommen ist und dass sich Dinge immer genau so entwickeln werden, wie sie allen Beteiligten dienen und für alle zum Besten sind. Ich weiß, dass das oft schwer zu glauben ist, und ich zweifle auch oft daran, aber grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass Dinge, die uns wirklich emotional nahe gehen und uns herausfordern immer dazu dienen uns in die richtige Richtung zu schubsen und uns den Weg zu weisen. Und diese Dinge geschehen nie umsonst. Auch wenn wir heute den Sinn dahinter nicht sehen können und es nicht verstehen, vielleicht verstehen wir ihn wenn ein wenig Zeit vergangen ist. Und vielleicht haben dann auch alle Beteiligten aus dieser Situation so viel gelernt, dass man sich wieder auf Augenhöhe begegnen kann und etwas Neues erschaffen kann.

 

 

 

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